Mulda – Sayda (MS-Linie)

Liebe Eisenbahnfreunde,

Im Jahre 2013 – immerhin 47 Jahre nach Einstellung des Bahnbetriebes – sind noch etliche Zeugen der Schmalspurbahn erhalten geblieben. Sie sind die letzten Zeugen eines siebzigjährigen Kapitels der Verkehrsgeschichte im Tal des Chemnitzbaches.

Am 23.11.13 war es mir möglich, mit einigen Eisenbahnfreunden, dem Verlauf der alten Bahntrasse per Fuß zu folgen, wobei im Unterabschnitt nicht alle Bereiche begehbar sind. Teilweise muss in der Ortschaft Dorfchemnitz auf die parallel führende Straße ausgewichen werden. Ab Voigtsdorf ist die sich malerisch in die Landschaft eingefügte Bahntrasse als Rad- und Wanderweg ausgebaut.

mulda-sayda

Beginn der Exkursion war der Bahnhof Mulda, an der Relation Freiberg – Holzhau. Der Regelspurteil des Bahnhofes ist noch heute in Betrieb. Neben dem Heizhausrest, einem alten GGw-Wagenkasten (97-15-19) sowie einem Gleisstück, findet der Eisenbahnhistoriker hier relativ wenig. Auf dem Bereich der ehemaligen Schmalspuranlagen vor dem Bahnhofsgebäude befindet sich heute eine Schwarzdecke. Ausgangs des Bf Mulda finden wir die Reste des großen Viaduktes. Von ehemals zehn Pfeilern sind noch fünf und die beiden Widerlager erhalten geblieben. Eine Gedenktafel an einem Pfeiler erinnert an die Schmalspurzeit.
Der Bahndamm bis Wolfsgrund ist von Bäumen gesäumt und weitestgehend begehbar aber nicht ausgebaut. Die Natur hat sich ihr Recht zurückerobert und die alte Bahntrasse ist größtenteils mit Bäumen und Gestrüpp bewachsen. Einige Hekto- und Kilometersteine und Reste der alten Bahnschwellen sind noch zu finden. Interessant, eine im felsigen Einschnitt liegende Rechtskurve vor dem ehem. Hp Wolfsgrund. Vor Dorfchemnitz entdeckten wir noch Reste der Chemnitzbachbrücke. In der Ortslage Dorfchemnitz wird die Trasse von Anwohnern genutzt. Im Bf existiert nur noch der massive Güterschuppen und das Lagerhaus. Ab dem Bf Voigtsdorf ist die Trasse wieder begehbar. Alle Hochbauten, wie Wartehalle, Güterschuppen und der Lagerschuppen stehen noch, werden aber anderweitig genutzt.
Im weiterem Verlauf bis Friedebach wird die Bahntrasse als kombinierter Rad-und Wanderweg genutzt. Am Ortseingang von Friedebach finden wir eine Brücke, die komplett erhalten geblieben ist. Vom einstigen Hp Unterfriedebach existiert nur noch das Planum. Im folgenden Bf Friedebach (km 12,48) findet der interessierte Eisenbahnfreund noch die Wartehalle, den Güterschuppen sowie das Wohnhaus. Auf dem Areal sind heute Garagen.
Der Verlauf der Bahn nach Sayda ist noch gut erkennbar. In ständiger Steigung schlängelt sich die Trasse am östlichen Talhang hinauf nach Sayda.
Interessant ist auch der Endbahnhof Sayda (km 15,5). Das Empfangsgebäude dient mit seinem Flachanbau als Kindergarten. Die Lagerhalle, Güter- und Draisinenschuppen sind abgerissen worden. Der fast im Originalzustand erhaltene Lokschuppen wird heute von der Stadt Sayda als Lager und Nebenstelle des Bauhofes genutzt.

 

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