Herbstwanderung durch das Bobritzsch- und Muldental [3.10.2017]

Am Tag der Deutschen Einheit veranstaltete der Heimatverein Käbschütztal e.V. eine geführte Wanderung entlang der ehemaligen Schmalspurbahn Potschappel – Nossen.
Beginnend um 9:00 Uhr führte die Wanderroute von Mohorn über Oberdittmannsdorf, hinab in das Tal der Bobritzsch, vorbei am Zusammenfluss von Bobritzsch und Freiberger Mulde, durch das Tal der Freiberger Mulde, unter der Siebenlehner Autobahnbrücke hindurch zum Bahnhof Nossen.

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Auf den Spuren der Schmalspurbahn

Traditionelle Frühjahrswanderung auf den Spuren der Schmalspurbahn um Lommatzsch
Donnerstag, 1. Mai 2014, 09:00 – 14:00
Ort: D-01623 Lommatzsch, Bahnhofstraße
Kontakt: 035247/51053 (U. Jankowski), heimatverein.amaul@web.de (A. Maul)

Am 01.05.2014 veranstaltet der Heimatverein Käbschütztal e.V. eine geführte Frühjahrswanderung auf den Spuren der Schmalspurbahn in der Lommatzscher Pflege.
Beginnend um 9:00 Uhr am Bahnhof Lommatzsch (Bahnhofstraße, D-01623 Lommatzsch) führt die Wanderroute entlang der eingestellten Regelspurstrecke Riesa – Nossen bis zum ehemaligen Bahnhof Mertitz-Gabelstelle. Weiter der Trasse folgend taucht die Wandergruppe kurze Zeit später bei Zöthain in das schöne, blühende Käbschütztal ein. Etwa in der Hälfte der zwölf Kilometer langen Strecke findet an der ehemaligen Haltestelle Käbschütz eine kleine Rast statt, wo es eine Möglichkeit zur individuellen Stärkung in Form von Speis und Trank geben wird. Weiter geht es über Leutewitz, Mauna und Görna-Krögis zum Schmalspurbahnmuseum Löthain, wo die Wanderung gegen 14:00 Uhr endet. In Löthain besteht für die Teilnehmer die Möglichkeit, den Tag im Museum ausklingen zu lassen.
Für alle Interessierten, die nicht mit wandern können, ist es möglich das Schmalspurbahnmuseum Löthain ab 11:00 Uhr zu besichtigen.
Alle Wanderer werden gebeten sich unter 035247/51053 oder heimatverein.amaul@web.de  anzumelden, damit ein Rückfahrdienst zum Bahnhof Lommatzsch organisiert werden kann.
Auf wettergerechte Kleidung und festes Schuhwerk ist Acht zu geben!

mai-wanderung

Jahresausklang im Schmalspurbahnmuseum Löthain

  

Sonnabend, 28. Dezember 2013, 10:00 – 14:00

Ort: D-01665 Löthain, Bahnhofstraße

Kontakt: 035247/51053 (U. Jankowski), heimatverein.amaul@web.de (A. Maul)

Am 28.12. öffnet das Schmalspurbahnmuseum Löthain zwischen zehn und vierzehn Uhr letztmalig im Jahr 2013. Für die Besucher besteht die Möglichkeit, die Agentur mit ihrem einzigartigen Flair in aller Ruhe zu besichtigen, ist doch der „Besucherandrang“ zu diesem Termin weniger stark. Mit etwas Glück erlebt man einen „harten Winterbetrieb“ wie im Jahr 2010, als es den Bahnhof von größeren Schneemengen zu befreien galt.
Gegen das Auskühlen bei starken Minusgraden wird mit Heißgetränken und Gegrilltem vorgebeugt.

verschneiter Bf Löthain

Klingenberg-Colmnitz – Frauenstein (KF-Linie)

Liebe Eisenbahnfreunde,

am 16.09.2013 bot sich die Möglichkeit an, die ehemalige Schmalspurbahn von Frauenstein aus nach Klingenberg-C. abzuwandern. Die Wanderung erfolgte größtenteils auf der noch vorhandenen Trasse im oberen Abschnitt bis Pretzschendorf. Ab diesem Ort ist die ehemalige Bahntrasse jedoch überbaut oder privat genutzt. Im Verlauf der Reststrecke bis Obercolmnitz muss man auf die Dorfstraße ausweichen. Das letzte Stück führte über den Bhf Colmnitz (Strecke Ober-Dittmannsdorf-Klingenberg-C.) zum Endbahnhof Klingenberg-Colmnitz über ein Feld.

kling.colm.-frauenstein

Die zum Wilsdruffer Schmalspurnetz gehörende Strecke wurde am 14.September 1898 eröffnet und war 19,7 km lang. Es gab einige Besonderheiten: So war der Bahnhof Frauenstein mit 654 m üNN der höchst gelegene Bahnhof eines Schmalspurnetzes; die Güter wurden bis zuletzt in Klingenberg-Colmnitz von der „Großbahn“ zur „Kleinbahn“ umgeladen, weil man den „Huckepackverkehr“ mit Rollwagen im Gegensatz zu anderen Schmalspurbahnen nicht einführte. Die Bahn fuhr durch stille Dörfer und die reizvolle Landschaft des Osterzgebirges, abseits der großen Magistralen und Städte.
Bis dann das AUS kam – ein Unfall besiegelte im Jahre 1971 das Ende der Schmalspurbahn, nachdem schon seit den 60er Jahren nichts mehr für die Unterhaltung getan wurde.
Gleise wurden demontiert, Bahntrassen sind zugewachsen, die alten Bahnhöfe liegen größtenteils im Dornröschenschlaf und ein Prinz, der sie wachküßt, ist nicht in Sicht.

Vorbild

Die Geschichte der ehemaligen WG – Linie (Wilsdruff – Gärtitz)

Die schmalspurige Eisenbahnline Wilsdruff – Meißen – Lommatzsch – Gärtitz, kurz WG, wurde in den Jahren 1909 und 1911 eröffnet. Seit dem Bestehen der Schmalspurbahn war der Personenverkehr dem Güterverkehr untergeordnet. Transportiert wurden u.a. Kohle, Holz, Dünger und Zuckerrüben. Von Löthain aus versandte man auch Ton und Kaolin.
Typisch für die Bahn waren die Rübenzüge in der Zeit der sogenannten Kampagne, die ihr auch ihren Spitznamen „Rübenbahn“ einbrachte. Während dieser Hauptbetriebszeit wurden tausende Tonnen von Zuckerrüben in die Zuckerfabriken um Döbeln und Oschatz gefahren und dutzende Tonnen Rübenschnitzel und Kalkschlamm zu den einzelnen Unterwegsstationen rückversandt. Die Züge waren bis zu 200 Tonnen schwer, fuhren also mit „Vorspanne“ unter Vollast. Um dieses gewaltige Verkehrsaufkommen bewältigen zu können, wurden Lokomotiven und Personale kurzzeitig von anderen Strecken auf die WG-Linie abgeordert. So kamen Lokführer von der Regelspur aus Flöha oder Aue, Maschinen aus Eppendorf oder Wolkenstein. Doch diese betriebsamen Zeiten währten nicht ewig…

Ab den 50er Jahren nahmen der LKW- und Individualverkehr stetig zu. Immer mehr Gütertransporte (auch während der Kampagne) wurden von der Schiene auf die Straße verlagert. Dadurch wurde die Bahnlinie immer unrentabler.
Mitte der 60er Jahre erfolgte dann die schrittweise Stilllegung der Schmalspurbahn. Verkehrsträgerwechsel, so lautete das damalige Schlagwort für die Verlegung des Transportes von der Schiene auf die Strasse. Eine verhängnisvolle Verkehrspolitik, die sich leider bis heute fortsetzt. Die Bahnanlagen wurden auf Verschleiß gefahren. Dieses Schicksal ereilte aber auch andere Strecken.

Am 21.05.1966 verkehrte nun der letzte Zug zwischen Wilsdruff und Meißen sowie zwischen Meißen und Lommatzsch. Den Verkehr nach Döbeln stellte man am 31.05.1969 ein. Der Restbetrieb bis Kleinmockritz folgte am 03.01.1970. Das verbliebene Verkehrsaufkommen im Abschnitt Lommatzsch – Löthain wurde durch die Ton- und Kaolintransporte noch bis ins Jahr 1972 über die „Bimmelbahn“, wie sie im Volksmund genannt wurde, abgewickelt. Am 28.10.1972 endete schließlich das Kapitel „Schmalspurbahn“ in der Lommatzscher Pflege, als man die Bahn einstellte.

Heute erinnern nur noch Brückenwiderlager, Bahndämme und Bahnhofsgebäude an die Zeiten, als die Schmalspurbahn zum Alltag gehörte.

Eine VI K steht im Sommer 1955 im Bhf Garsebach mit einem abfahrbereiten Zug nach Wilsdruff.

Eine VI K steht im Sommer 1955 im Bhf Garsebach mit einem abfahrbereiten Zug nach Wilsdruff.

Triebischbrücke am km 15,804 WG-Linie (
Meißen-Triebischtal)

Triebischbrücke am km 15,804 WG-Linie (
Meißen-Triebischtal)

Mulda – Sayda (MS-Linie)

Liebe Eisenbahnfreunde,

Im Jahre 2013 – immerhin 47 Jahre nach Einstellung des Bahnbetriebes – sind noch etliche Zeugen der Schmalspurbahn erhalten geblieben. Sie sind die letzten Zeugen eines siebzigjährigen Kapitels der Verkehrsgeschichte im Tal des Chemnitzbaches.

Am 23.11.13 war es mir möglich, mit einigen Eisenbahnfreunden, dem Verlauf der alten Bahntrasse per Fuß zu folgen, wobei im Unterabschnitt nicht alle Bereiche begehbar sind. Teilweise muss in der Ortschaft Dorfchemnitz auf die parallel führende Straße ausgewichen werden. Ab Voigtsdorf ist die sich malerisch in die Landschaft eingefügte Bahntrasse als Rad- und Wanderweg ausgebaut.

mulda-sayda

Beginn der Exkursion war der Bahnhof Mulda, an der Relation Freiberg – Holzhau. Der Regelspurteil des Bahnhofes ist noch heute in Betrieb. Neben dem Heizhausrest, einem alten GGw-Wagenkasten (97-15-19) sowie einem Gleisstück, findet der Eisenbahnhistoriker hier relativ wenig. Auf dem Bereich der ehemaligen Schmalspuranlagen vor dem Bahnhofsgebäude befindet sich heute eine Schwarzdecke. Ausgangs des Bf Mulda finden wir die Reste des großen Viaduktes. Von ehemals zehn Pfeilern sind noch fünf und die beiden Widerlager erhalten geblieben. Eine Gedenktafel an einem Pfeiler erinnert an die Schmalspurzeit.
Der Bahndamm bis Wolfsgrund ist von Bäumen gesäumt und weitestgehend begehbar aber nicht ausgebaut. Die Natur hat sich ihr Recht zurückerobert und die alte Bahntrasse ist größtenteils mit Bäumen und Gestrüpp bewachsen. Einige Hekto- und Kilometersteine und Reste der alten Bahnschwellen sind noch zu finden. Interessant, eine im felsigen Einschnitt liegende Rechtskurve vor dem ehem. Hp Wolfsgrund. Vor Dorfchemnitz entdeckten wir noch Reste der Chemnitzbachbrücke. In der Ortslage Dorfchemnitz wird die Trasse von Anwohnern genutzt. Im Bf existiert nur noch der massive Güterschuppen und das Lagerhaus. Ab dem Bf Voigtsdorf ist die Trasse wieder begehbar. Alle Hochbauten, wie Wartehalle, Güterschuppen und der Lagerschuppen stehen noch, werden aber anderweitig genutzt.
Im weiterem Verlauf bis Friedebach wird die Bahntrasse als kombinierter Rad-und Wanderweg genutzt. Am Ortseingang von Friedebach finden wir eine Brücke, die komplett erhalten geblieben ist. Vom einstigen Hp Unterfriedebach existiert nur noch das Planum. Im folgenden Bf Friedebach (km 12,48) findet der interessierte Eisenbahnfreund noch die Wartehalle, den Güterschuppen sowie das Wohnhaus. Auf dem Areal sind heute Garagen.
Der Verlauf der Bahn nach Sayda ist noch gut erkennbar. In ständiger Steigung schlängelt sich die Trasse am östlichen Talhang hinauf nach Sayda.
Interessant ist auch der Endbahnhof Sayda (km 15,5). Das Empfangsgebäude dient mit seinem Flachanbau als Kindergarten. Die Lagerhalle, Güter- und Draisinenschuppen sind abgerissen worden. Der fast im Originalzustand erhaltene Lokschuppen wird heute von der Stadt Sayda als Lager und Nebenstelle des Bauhofes genutzt.